Ich bin dir zu dick, na und?

Selbstliebe
Ich bin dir zu dir, na und?

 

 

Kennst du das?

Andere wollen mir einreden, wie ich auszusehen habe,

sei es das andere Geschlecht, die Medien oder Personen,

mit denen ich im Alltag zu tun habe. 

Wem muss ich gefallen?

Ganz klar: mir selbst! Meine Figur muss nur mir gefallen. Ich habe keinen Vertrag unterschrieben, die und die Masse zu haben und dafür dies und jenes zu bekommen. Wenn ich mich mit meinen Rundungen wohl fühle und ich mir im Spiegel gefalle, ich mich gesund und stark fühle mit ein paar Kilo mehr auf den Rippen, ist das doch alles, was zählt. 

Wer kritisiert mein Aussehen und was ist der Sinn der Sache?

Ich bin mir sicher, dass Menschen, die mich mögen und es gut mit mir meinen, mir niemals sagen würden, ich sei hässlich und sollte abnehmen. Nein, diese Menschen akzeptieren und schätzen mich so, wie ich bin. Gerade weil ich so bin, wie ich bin, habe ich diese Menschen in meinem Umfeld.

 

Doch wird es solange ich lebe immer wieder Menschen geben, die mich für mein Äusseres kritisieren. Das makabere an der ganzen Sache ist, dass mir Personen, die selbst nicht dünn sind, vorschreiben wollen, wie ich meine Ernährung ändern und mehr Sport machen sollte. Auch wenn jemand den optimalen BMI hat und anderen Vorschriften zu deren Körpergewicht macht, ist das unnötig und fragwürdig. 

 

Nehmen wir an, ich setze die Wünsche der anderen um und nehme ab, was passiert dann? Werden sie mich dann lieber mögen, mich schöner finden? Werden sie mich dann in Ruhe lassen oder gibt es noch mehr und mehr optische Verbesserungsvorschläge?

 

Warum wollen andere Leute, dass ich abnehme? Ich denke mir, wenn jemand grosse Probleme mit meinem Äusseren hat, obschon ich ihn in keiner Weise in seinem Leben störe oder schlecht zu ihm bin, sind das seine Probleme und nicht meine. Wenn sich jemand daran stört, dass ich mich figurbetont kleide und meine Rundungen nicht verstecke, könnte es sein, dass eben diese Person selbst unzufrieden mit ihrer Figur ist? Könnte es sein, dass diese Person sich selbst gerne so mögen würde, wie sie aussieht und sich modisch ausleben würde, aber sich nicht traut? Könnte ich mit meiner Figur den anderen an dessen Ex-Freundin, Mutter oder Frau, die er nie erobern konnte, erinnern, über die er noch nicht hinweggekommen ist?

 

Es passiert schnell, dass jemand etwas oder jemanden in mich hinein projiziert, das überhaupt nichts mit mir zutun hat. Oder Neid, weil ich etwas habe und lebe, der andere sich aber nicht getraut. Wieso sollte ich mich schlecht fühlen, wenn andere ein Problem mit mir haben, für das ich nichts kann? Ihr Problem soll nicht zu dem meinem werden. 

 

Unlängst ist mir bewusst, dass die Medien mit Photoshop arbeiten und die meisten Bilder nicht die natürliche Frauenfigur zeigen. Das typische Modell verkörpert eine knabenhafte Figur. Ich habe mir viele Berichte von Frauen angesehen, die superdünn sind. Wie schaffen sie das? Wenige werden von Natur aus nicht dick, was toll für sie ist. Die meisten jedoch halten sich an eine strenge Diät und treiben täglich Sport. Damit meine ich konkret: sie gehen mit Freunden ins Restaurant und essen dort nur ihren mitgebrachten Reis mit Pouletfleisch. Täglich Sport ist nicht 30 Minuten spazieren, sondern mindestens einstündiges Krafttraining. Da habe ich persönlich für mich überhaupt keine Lust drauf und ich möchte mich nicht einschränken.

Akzeptanz

Wer könnte mich sonst noch kritisieren? Es heisst ja, man selbst sei sein grösster Feind. Klar, habe ich auch schon gedacht, "mein Bauch ist zu fett, früher war ich doch viel schlanker" oder "meine dicken Beine, das geht ja gar nicht, wie hässlich." Und da sage ich stopp! Ich bin mir selbst meine beste Freundin. Sprich: würde ich meiner besten Freundin derart kränkende Worte an den Kopf schmeissen? Nie und nimmer. Im Gegenteil, ich würde sie beruhigen und ermutigen: es gibt keine hässliche Figur, es gibt keine Problemzonen, es gibt nur schlechte Kleidung. Also warum sollte ich mir selbst Worte wie hässlich, fett, abscheulich, und und und einreden und mich dadurch klein und wertlos machen? Warum kann ich mich nicht so lieben, wie ich bin?

 

Ich akzeptiere meinen Körper so, wie er ist. Wenn ich wirklich was auszusetzen habe und ich unglücklich bin, kann ich was daran ändern. Wenn aber nur andere finden, ich sollte an meiner Figur arbeiten, ich aber keinen Wunsch habe meinen Körper zu ändern, sage ich mir: Ich bin gut so, wie ich bin. So wie ich bin, bin ich gut. Wenn ich mir das verinnerliche, mich selbst so akzeptiere, wie ich bin und mich so annehme und liebe, für das, was ich bin, ist das Leben dann nicht viel leichter? Kann ich mich lieben und akzeptieren, wie ich auch andere wichtige Personen in meinem Leben lieben und akzeptieren kann, die nicht den digitalen Wunschvorstellungen entsprechen?

Und:  ist es nicht so, dass ich an ohnehin schlechten Tagen kritischer zu mir selbst bin? Empfinde ich meine "Problemzonen" an Tagen, an denen ich glücklicher bin, als wesentlich unbedeutender als zuvor? 

 

 

Deine Ella    

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Sylvia Stampfli (Sonntag, 23 April 2017 18:31)

    Liebe Ella
    Ich finde es mega toll deine euserung! Ich habe eine beste Freundin seit bald 28 Jahre sehr gut kenne. Ich ben sehr stolz auf Sie und mag es ihr mega gönne so zu sein wie Sie wirklich ist! Ich mag ihre Figur und wie Sie sich bekleidet.

    In liebe Sylvia Stampfli

  • #2

    Ella (Sonntag, 08 Oktober 2017 15:49)

    Liebe Sylvia

    Vielen Dank für deinen Kommentar! Ich wünsche dir viele weitere, schöne Jahre mit deiner besten Freundin :-)

    Deine Ella

  • #3

    lou (Samstag, 09 Juni 2018 11:26)

    ich mag deinen text und finde es sehr gut geschrieben.

  • #4

    Ella (Samstag, 09 Juni 2018 12:02)

    Liebe/r Lou

    Vielen lieben Dank für dein Feedback, freut mich!:-)

    Deine Ella