Sich selbst Ziele setzen

Sich selbst Ziele setzen
Sich selbst Ziele setzen

Kennst du das auch?

 

Ich habe ganz viele Träume und Ziele, die ich gerne verwirklichen und erreichen möchte. Ich mache mir Pläne und stelle mir vor, so und so an die Sache heran zu gehen und dies und jenes bis dann geschafft zu haben. 

 

Schlussendlich mache ich nichts bis fast nichts und ärgere mich darüber, nicht ehrgeizig genug zu sein oder zu wenig getan zu haben. Oder ich schaffe es und denke, das hätte jeder schaffen können. 

Ist das Ziel es wert, angestrebt zu werden?

Wer kennt sie nicht noch aus Schulzeiten, die altbekannte SMART-Formel:

S (spezifisch)

M (messbar)

A (attraktiv/ansprechend)

R (realistisch)

T (terminiert)

 

Zu wissen, was ich erreichen will und es dann in die Tat umzusetzen, sind bekanntlich zwei Paar Schuhe. 

 

Ich kann in meinem Kopf meinen Plan noch so gut anfertigen, im richtigen Leben wird es nie so laufen, wie ich es geplant hatte. Ich kann zum Beispiel sagen, am Donnerstag bin ich um 18.00Uhr Zuhause, esse was kleines und werde dann von 19.00Uhr bis 22.00Uhr für meine Prüfung lernen. Oder ich sage mir zum Beispiel, am Samstag stehe ich bereits um 8.00Uhr auf und werde all das im Haushalt erledigen. Doch vielleicht bin ich dann zu müde und erschöpft, ich werde krank, ein Notfall in der Familie oder im Freundeskreis tritt ein, ich habe dann überhaupt keine Lust dazu, oder oder oder.... es kann immer was dazwischen kommen. 

 

Am schlimmsten ist es für mich, ja regelrecht unerträglich, wenn mein (sturer) Kopf meint, ich könnte es schaffen, aber der Körper laut schreit "nein, ich kann nicht!". Wenn ich vom Verstand her weiss, es ist unrealistisch, wie ich es geplant hatte oder es ist unumgänglich, dass ich jetzt meine Richtung ändere, aber mein Herz ist traurig und enttäuscht, ich bekomme sogar Schuldgefühle, weil ich es nicht packe. Ich fühle mich als Versager.

 

Ich muss mich fragen: warum habe ich dieses eine Ziel?

  • Ist es wirklich das, was ich selbst für mich erreichen will?
  • Oder ist es ein Ziel, das mir von der Aussenwelt auferlegt wird?
  • Tut es mir gut, dieses Ziel zu verfolgen?
  • Habe ich die Meilensteine richtig gesetzt, genügend Pausen eingeplant und einige Puffer für unerwartete Zwischenfälle bedacht? --> SMART-Formel oben
  • Geht es mir besser, wenn ich das Ziel erreicht habe?
  • Ist das angestrebte Ziel wirklich das, worum es geht oder ist es möglich, dass ich mit diesem Scheinziel das wirkliche Ziel, die Lösung des wirklichen Problems, verdränge? 
  • Suche ich einen Partner/eine Partnerin, weil ich es möchte und ich bereit für eine romantische Beziehung bin oder schreibt mir die Gesellschaft vor, in einem gewissen Alter keine ledige Person mehr zu sein?
  • Habe ich einen Kinderwunsch aus tiefstem Herzen oder denke ich, ich muss Kinder haben, weil es die Gesellschaft so erwartet?
  • Ist meine Jobwahl die für mich richtige oder habe ich Angst, wenn ich meinem Traumjob nachgehe, von meinem Umfeld verurteilt oder belächelt zu werden?
  • Muss meine Wohnung so eingerichtet werden, damit sie dem Besucher gefällt oder soll ich mich nach meinen Bedürfnissen richten, die Wohnung so einrichten, wie ich es für praktisch, schön und wohnlich halte?

Wie stehe ich zu mir selbst?

Was denke ich über mich, wenn ich mir ein Ziel setze? 

 

Ich kann mir Ziele vornehmen, die ich gar nie zu bewältigen vermag. So kann ich mir nach jedem Scheitern erneut vorwerfen, was für ein Verlierer, Versager und Schwächling ich doch bin. 

 

Ich kann mir, bewusst oder unbewusst, Ziele setzen, die mir nach der Erreichung nicht wirklich viel bringen. Das eigentliche Problem ist nicht gelöst, ich suche mir immer neue und andere Ziele, um vom eigentlichem Bedarf abzulenken. 

 

Ich kann mir Ziele setzen, die kinderleicht zu erreichen sind und mir auf die Schulter klopfen, was ich doch für ein toller Hecht bin. Mir gelingt ja alles und ich bin die allergrösste. 

 

Oder ich kann bewusst Ziele setzen, die meiner Person entsprechen, mich fordern, aber nicht überfordern und mich auf meinem Weg weiterbringen. Ich bin ein Mensch, ich mache Fehler. Ich bin ein Mensch, ich habe Gefühle. Wenn ich mich selbst liebe und achte, ich mich so akzeptiere, wie ich bin und auf meinen Körper höre, was er braucht, was ihm gut tut, dann finden sich die richtige Ziele von selbst. Auch wenn ich scheitern sollte, es bedeutet nicht, dass ich ein Versager bin. Wenn ich mal etwas nicht gut mache, heisst das nicht, ich bin ein schlechter Mensch. "Sei nicht so gemein zu dir selbst!"

 

Manchmal bin ich überfordert mit dem Leben! Manchmal fällt alles so schwer. Ich könnte mich unter der Bettdecke verkriechen und einfach nur noch schlafen, den Tag und all meine Probleme verschlafen. Ich könnte mich mit Drogen und Alkohol betäuben, damit in meinem Kopf meine negativen Gedanken und die vielen Sorgen endlich verschwinden. Ich stelle mich ruhig, ich betätige den "off"-Schalter. Aber muss das wirklich sein? Wie wäre es, wenn ich mich selbst in Schutz nehme, mich selbst bestärke, mich beschütze und auf mich Acht gebe? Dazu gehören auch die richtigen Prioritäten und Ziele im Leben, die Flexibilität mir selbst gegenüber, die Richtung zu ändern, offen zu sein und Neues zu probieren. 

Ich sollte, ich könnte, ....aber ich will nicht!

In diesem Moment, wenn ich etwas sollte, ich sogar Zeit hätte und es machen könnte, stelle ich mir trotzdem die Frage: will ich das jetzt machen? Habe ich jetzt gerade Lust dazu? Oder gibt es eine andere Tätigkeit, die ich jetzt viel lieber machen würde? Dann mache ich doch lieber jetzt das, was ich wirklich möchte und verfolge mein Ziel dann, wenn ich es aus mir heraus und von ganzem Herzen will. Es ist doch wie beim Kochen; wenn ich kochen muss und eigentlich gar nicht will, schmeckt es viel anders, als wenn ich richtig Lust darauf habe zu kochen.

 

Es gibt genug Zwänge im Leben wie Steuern zahlen, sterben und weitere: warum also sollte ich mir als Mensch mir gegenüber noch mehr aufbürden und mich zwingen, obwohl ich nicht will?

Der Endtermin ist gekommen; Fazit?

Wenn ich das Ziel nicht erreiche

Kopf nicht in den Sand stecken, wieder rauf aufs Pferd, Augen nach vorn, Kopf hoch, ....es gibt unendlich viele Redewendungen und Ratschläge. Ich habe die besten Erfahrungen damit gemacht, dass wenn etwas nicht klappte, ich mir sagte, es musste wohl so sein. Vielleicht war es das falsche Ziel, der falsche Zeitpunkt oder einfach zu viel auf einmal. Wie auch immer, es bringt mir nichts, wenn ich mich selbst belaste und überfordere, mich zwinge, Dinge zu tun oder zu sagen, die ich nicht will. Wenn zum Beispiel der Hausputz ansteht und ich keine Lust habe und/oder keine Kraft habe, dann bringt es mir nichts, das Ziel auf Biegen und Brechen zu erfüllen, nur damit das Ziel erreicht ist. Nachher geht es mir noch viel schlechter und mein Ich fühlt sich von mir verarscht. Besser ist es doch zu sagen: ich schaffe das jetzt nicht, weil ..., ich werde damit jetzt so und so umgehen. Entweder ich streiche das Ziel, verschiebe es, zersetze es in mehrere Teilziele oder hole mir Hilfe von guten Freunden oder der Familie. Ich muss nicht alles alleine schaffen!

 

Ich finde es mutig und wichtig, sich selber Ziele zu setzen. Doch manchmal bin ich gehemmt, weiss nicht, ob ich es schaffen würde. Warum aus der "bequemen" und sicheren Komfortzone raus und dann klappt es nicht? Es braucht ganz schön Mut, sich selbst etwas vorzunehmen und dann die Motivation und die Kraft aufzubringen, es anzupacken. Also für die Zielsetzung selbst gebe ich mir ein dickes Lob. Wenn es nicht klappt, ist es eine neue Erfahrung und ich kann es beim nächsten Mal anders angehen. 

 

Wenn ich das Ziel erreiche

Was ist, wenn ich mein Ziel erreiche? Schätze ich das dann auch? Wenn ja, wie zeige ich es mir selbst?

Belohung, mir etwas Gutes tun! (es muss nicht immer nur finanzieller Natur sein)

zu mir selbst sagen, "das hast du toll gemacht!" (wie ich auch meine besten Freunde loben würde)

In der Schule im Flötenunterricht bekam ich diese Aufkleber in mein Heft, wenn ich die Noten richtig gespielt hatte. Als Kind hat mich das sehr gefreut. Warum ist es als Erwachsener so viel schwerer, sich zu belohnen? Warum ist es als erwachsene Person "selbstverständlich" sein Leben im Griff zu haben?

 

 

Deine Ella

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0