Ich schreibe eine Bewerbung

Ich schreibe eine Bewerbung
Ich schreibe eine Bewerbung

 

Ich gehe in eine neue Richtung und schreibe eine Bewerbung - oder wie es auch heisst "Motivationsschreiben" - für einen neuen Job. Dabei stelle ich mir die Fragen: 

  • was gehört in ein Motivationsschreiben?
  • wie hebe ich mich von anderen Bewerbern ab?
  • wie kann ich mich gut verkaufen und bei der Bewerbung gleichzeitig authentisch bleiben?

Grundgerüst einer Bewerbung

Ich sage mir immer: sobald die Adresse, das Datum sowie der Titel stehen, ist die halbe Arbeit gemacht.

 

Adresse

Oft sehe ich in Stelleninseraten, dass die Anschrift nicht bekannt gegeben wird. Sei es, weil sich der Bewerber direkt über die Online-Plattform der Unternehmung bewerben soll oder weil sie nur eine E-Mailadresse für den Mailversand angeben. Ich persönlich finde es schöner, wenn die ganze Adresse im Motivationsschreiben steht, auch wenn ich meine Unterlagen nicht auf dem Postweg versende. Finde ich im Stelleninserat keine solche Adresse, schaue ich auf der Homepage nach einer passenden Adresse. Wenn es sich um eine Unternehmung handelt, die einen Sitz haben, also keine weiteren Filialen, ist der Fall klar und ich nehme diese Adresse. Gibt es aber verschiedene Filialen und geht aus dem Inserat nicht ganz genau hervor, welche Filiale es betrifft, wähle ich eine mir logisch erscheinende Filiale aus oder aber ich gehe auf Nummer sicher und sende meine Unterlagen an den Hauptsitz der Unternehmung. 

 

Datum

Kurz und bündig: ich wähle am Wochenende das Datum des kommenden Montags, dann also, wann der Empfänger meine Unterlagen erhält. Schicke ich meine Bewerbung unter der Woche ab 19.00Uhr los, nehme ich das Datum des folgenden Werktags. 

 

Titel

Hier ist es wichtig, die richtige Stellenbezeichnung zu nehmen. Hierzu kann ich den Stellentitel aus dem Inserat kopieren und entsprechend ergänzen. 

  • Beispiel Titel im Stelleninserat: Personalassistent/-in (80 - 100%)
  • Beispiel Titel im Bewerbungsschreiben: Bewerbung als Personalassistentin 80% 

 

Der erste Absatz (weiter unten)

 

Der Hauptteil (weiter unten)

 

Der Schlusssatz (weiter unten)

Der erste Absatz

Warum bewerbe ich mich gerade auf diese Stelle? 

Heutzutage kann ich den Standartsatz "Ihr Inserat vom Datum auf der Internetplattform /in der Zeitung habe ich mit Interesse gelesen" weglassen. Es spielt nicht so eine grosse Rolle, wo ich das Inserat gesehen habe, sondern, warum ich mich für diese Vakanz bewerbe. Es genügt also zum Beispiel zu schreiben "In Ihrem interessanten Stelleninserat kann ich mich in der Funktion als Personalassistentin wiedererkennen".

 

Wie zeige ich kurz und bündig, was ich vom Unternehmen und/oder deren Philosophie halte?

Nun folgen ein bis zwei Sätze, die den Empfänger zum Weiterlesen anregen. Beispielsweise handelt es sich um eine Unternehmung deren Name und Marketing-Strategie stark zusammenhängen. 

  • Beispiel Name der Unternehmung: Gedankenchaos, sie erwähnen im Stelleninserat und auf ihrer Homepage die Zusammenhänge von Gedanken und Gefühlen, hier liegt also deren Schwerpunkt.
  • Beispiel meiner Einleitung: So wie die Gedanken und Gefühle zusammenspielen und sich daraus schnell ein Gedankenchaos ergibt, so bin ich eine Person, die gerne Ordnung und Struktur in das Chaos bringt. Mit mir gewinnen Sie eine lösungsorientierte und dienstleistungsorientierte Mitarbeiterin. 

Der Hauptteil

Nun geht's zum interessanten und kreativen Teil. Hier kannst du deinem Motivationsschreiben Leben einhauchen und deine Person in den Mittelpunkt stellen. 

 

 

Sich gut verkaufen und trotzdem authentisch bleiben

Klar, hier geht es dabei sich gut zu verkaufen, sprich deine Stärken hervorzuheben, aber bitte bleib authentisch und dir selbst treu. Beim Motivationsschreiben geht es um dich als Bewerber, dich als Mensch. Du stellst dich schriftlich einem Unternehmen vor und hast, wenn alles passt, die Möglichkeit, dich dort persönlich vorzustellen. Eine Einladung bedeutet schon einmal, dass die Unternehmung an dir Interesse hat. Wenn du dich also im Bewerbungsschreiben verstellst und dich besser/schlechter darstellst, als du bist, kann es bereits beim Vorstellungsgespräch scheitern, spätestens, wenn du beginnst dort zu arbeiten. So erspare dir Zeit und Energie, dich als jemanden zu verkaufen, der du nicht bist. Bleib authentisch und du wirst früher oder später zu der Stelle gelangen, die zu dir passt. 

 

 

Meine Erfahrungen, mein Arbeitsverhalten

Hier schreibe ich über meine beruflichen Erfahrungen und mein Verhalten bei der Arbeit. Ich bringe geschickt die gesuchten Stichworte ein, die aus dem Stelleninserat hervorgehen. 

 

Beispiel aus dem Stelleninserat:

  • Sie haben eine kaufmännische Grundausbildung und besitzen mindestens 2 Jahre Erfahrung im Personalwesen. Einen Abschluss als Personalassistent/-in setzen wir voraus.
  • Sie haben einen hohen Qualitätsanspruch, arbeiten selbständig und exakt.
  • Sie sind eine kompetente, dienstleistungsorientierte und freundliche Ansprechperson für die internen Mitarbeiter
  • Sie sind versiert im Umgang mit MS Office, insbesondere auch Excel, und erfahren in der Erstellung von Statistiken und Auswertungen.  

 Beispiel in meiner Bewerbung: 

  • Nach meiner kaufmännischen Grundausbildung war ich in den Bereichen Schadenversicherung, Buchhaltung und Personalwesen tätig. Während drei Jahren konnte ich wertvolle Erfahrungen im Personalbereich von der Rekrutierung über das Salärwesen bis zum Austritt sammeln. Ich habe die Weiterbildung zur Sachbearbeiterin Personalwesen erfolgreich abgeschlossen. 
  • Eine selbständige, speditive sowie exakte Arbeitsweise ist für mich selbstverständlich.
  • Dank meinen empathischen Fähigkeiten kann ich gut auf die Anliegen der internen Mitarbeiter und Kunden eingehen und behandle diese diskret, kompetent und mit hohem Qualitätsbewusstsein.
  • Die Personaladministration sowie das Erstellen von Statistiken und Auswertungen gefallen mir sehr gut und bereiten mir grosse Freude, da ich hier mein Zahlenflair und meine vielseitigen Berufserfahrungen einbringen kann.

Bitte beachte: die obigen Sätze sind nur Beispiele. So wie wir Menschen individuelle Lebewesen sind, so einzigartig sind unsere Motivationsschreiben.

 

 

Formulierungen im Stelleninserat

Wenn Worte benutzt werden wie "vorzugsweise", "von Vorteil", "einige Jahre" oder "wünschenswert", du aber nur wenige Erfahrungen bei diesen Aufgaben hast, hast du trotzdem gute Chancen mit deiner Bewerbung in die engere Wahl zu kommen. Solche Formulieren sind "kann"-Kriterien. Wenn beispielsweise 10 Bewerbungen gut sind, aber nur 1 Bewerber diese Kriterien erfüllt, dann werden die restlichen 9 Bewerbungen nochmals angeschaut und anders berücksichtigt, als wenn 7 Bewerber allen Wünschen entsprechen. 

 

Anders ist es bei den "muss"-Kriterien. Beispiele hierfür sind "setzen wir voraus", "zwingend", "mindestens ... Jahre Erfahrung" oder "Weiterbildung mindestens auf Stufe ...". Wenn du diese nicht erfüllen kannst, ist es schwierig bis unmöglich in die engere Wahl zu kommen. Hier würde ich persönlich abraten die Unterlagen einzureichen. 

Der Schlusssatz

In jedes Motivationsschreiben gehört ein Schlusssatz, der nochmals mein Interesse an der offenen Stelle zeigt und ich mitteile, dass ich mich über ein persönliches Gespräch freuen würde.

 

Der Satz könnte beispielsweise so lauten: "Gerne stelle ich Ihnen unverbindlich mein Dossier zu und ich freue mich über ein Vorstellungsgespräch oder auch einen Probeeinsatz."

 

Wenn auch du gerade eine Bewerbung schreibst, wünsche ich dir viel Erfolg dabei! Hast du Tipps und Anregungen, die du gerne mit anderen teilen möchtest, so hinterlasse bitte einen Kommentar! :-) 

 

 

Deine Ella

 

 

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