Traurig und allein

Trauer und Einsamkeit
Traurig und allein

 

Manchmal bin ich traurig,

weine, weil es nicht anders geht. 

Liege in der Stille der Nacht,

welze mich im Bett hin- und her,

finde keinen Frieden.

 

Manchmal

sitze ich traurig in mitten von Leuten,

ich fühle mich allein,

nicht gesehen,

nicht gehört.

 

Ich frage mich,

bitte das Universum um Antworten,

wird es jemals besser sein?

Werde ich meine Leere füllen können,

werde ich den Tag je sinnvoll empfinden?

Nicht auf bessere Zeiten zu hoffen,

nein, in besseren Zeiten leben?

 

Meine Müdigkeit überdeckt meine Gedanken und Gefühle,

spüre in mir nicht die allerkleinste Sorge.

Glaube daran, 

sanft einzuschlafen und Schönes zu träumen.

 

Wurde zu oft von Alpträumen geplagt,

der Körper schlief,

die Seele war wach.

 

Werde traurig,

weil ich so traurig bin,

das macht mich wütend.

Werde traurig, 

weil ich mich selbst dafür verurteil,

aber sonst ist ja niemand da.

 

Sitze in der Zimmerecke, 

meine Arme klammern sich fest um meine Beine,

die Stille ist zu laut.

Ich kann all meine Gedanken hören,

will sie betäuben mit allen Mitteln.

 

Zu viel der Trauer,

zu viel der Wut,

zu viel Angst und all der Mist,

kann ich das alles mal los sein?

 

Einfach einschlafen und aufstehen,

ohne zu Fragen wieso, warum?

Mich des Lebens erfreuen,

Ängste und Sorgen verscheuchen,

die Leere füllen,

nicht nur mit äusseren Mitteln.

 

An mich selbst glauben,

daran glauben,

dass auch ich mich trösten kann.

Ich kann mich mögen und lieben,

ich kann mich schützen und auf mich Acht geben.

 

Wenn ich unendlich traurig bin,

mein Geist mir verbietet zu atmen,

ich mich nach Frieden sehne,

nicht mehr weiss, wieso, was, wann?,

mich fühle,

als sei ich die Einzige, der es so geht,

dann male ich mir aus wie es wäre, 

wenn es noch andere gäbe,

solche wie mich. 

Wenn es sich nur die ersten getrauten,

ein winziges Zeichen, 

wäre allein sein nicht gleich einsam sein. 

In dem Wissen,

es geht auch andern so,

könnte von ihrem Wissen profitieren,

nicht wie eine Einsame die Stille überstehen,

die ganze Last auf mir tragen, 

wäre ich froh.

 

Niemand spricht darüber,

weiss noch immer nicht wo mit diesen Gefühlen hin.

Bin überfordert mit allem, 

was stimmt den nicht mit mir?,

zu leben tut sich so schwer.

 

Ich allein bin das ich-sein,

andere sind meine Begleiter.

Lieber allein wie einsam, 

lieber solche Gefühle als totale Leere. 

 

Traurigkeit ist ein Loslassen,

sollte jedes Mal leichter sein.

Doch lerne ich nichts dazu,

falle immer wieder herein,

der gleiche Teufelskreis. 

Tief drin kann ich noch daran glauben, 

das grosse Ganze kommt noch,

es wird sich lohnen und hat seinen Grund.

 

Ella

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Roger Günthard (Samstag, 05 August 2017 21:56)

    Treffender kann man die Krankheit nicht beschreiben. Nur beim Einschlafen kommen mir andere Gedanken; einfach Einschlafen und entweder gesund oder gar nicht mehr erwachen.

  • #2

    Ella (Sonntag, 08 Oktober 2017 15:54)

    Lieber Roger

    Ich verstehe dich :-(
    Weiterhin versuche ich die Krankheit als Chance zu sehen, es wird seinen Grund haben, warum wir das durchmachen müssen. Ich hoffe, diesen bald zu kennen. Alles Liebe und Gute!

    Deine Ella