Was ist eine Kurzgeschichte?

Was ist eine Kurzgeschichte?
Was ist eine Kurzgeschichte?

 

Ist eine Kurzgeschichte nur eine Zusammenfassung einer ganzen Geschichte?

Oder gehört da doch noch mehr dazu?

Wofür eignet sich die Literaturform „Kurzgeschichte“?

Die Kurzgeschichte beschäftigt sich mit einem kurzen, prägnanten Ausschnitt, einer Situation oder einer Begebenheit aus dem Alltag. Ich kann eine Idee, einen Eindruck, ein Gefühl oder eine Episode sehr gut in einer Kurzgeschichte zum Ausdruck bringen.

Was sind die Merkmale einer Kurzgeschichte?

Die Geschichte startet inmitten des Geschehens und hat ein offenes Ende oder eine überraschende Pointe. Spannend wird es, wenn es gegen Ende eine Wendung gibt, die den Leser überrascht und ein ganz neues Licht auf die Geschichte wirft.  Hierzu braucht es jedoch entsprechende Hinweise im Text, aber nicht zu offensichtlich, sonst wird es langweilig. Der Leser wird zur Interpretation aufgefordert.

 

Kurzgeschichten sind nicht immer kurz, sie können von einer Seite bis über 20 Seiten lang sein. Die Sätze sind einfach und knapp gehalten. Meist spielt die Geschichte an einem einzigen Ort. Das Erzähltempo ist beschleunigt. Wir unterscheiden zwischen Erzählzeit und erzählte Zeit. Sie können sogar synchron verlaufen.

Erzählzeit = Zeitspanne, die der Leser für das Lesen des Textes braucht

Erzählte Zeit = Zeitraum, in der die Geschichte spielt

 

Die Anzahl der Figuren variiert von 1 -  5 Personen. Ihr Charakter ändert sich meist nicht wesentlich. Die Person(en) wird nicht, wie beispielsweise in einem Roman, detailliert und sorgfältig vorgestellt. Gewöhnliche Menschen werden oft typisiert dargestellt. 

 

In einer Kurzgeschichte wird gerne mit Symbolen, Metaphern und Wiederholungen gearbeitet. Beispiele: 

Symbol: Taube (=Frieden), Löwe (=Mut), Kleeblatt (=Glück), Schwein (=Glück)

Metapher: „sie hatte ihm das Herz gebrochen“, „er trug eine rosarote Brille“

Wiederholung mit leichter Abänderung: „ich war verliebt“, „ich habe mir eingeredet, verliebt zu sein“

Typisch sind auch Aussparungen und Andeutungen.

Erzählperspektiven

Achtung: Erzähler(in) ist nicht mit Autor(in) identisch! Der Erzähler kann der Held einer Geschichte sein und genau so gut eine Nebenrolle wahrnehmen. 

 

Folgende Erzählformen eigenen sich gut für eine Kurzgeschichte: 

  • Ich-Erzähler = 1. Person Singular

Der Blick auf das Erzählte ist eingeschränkt, da die Geschichte aus der Sicht nur einer Person erzählt wird.

 

  • Personaler Erzähler = es ist, als gäbe es keinen Erzähler

Der Leser bekommt das Gefühl, selbst am Schauplatz der Handlung zu sein. Er erfasst die Geschichte wie eine Kamera, ohne einen Blick ins Innere der Figur zu bekommen (=neutraler Erzähler) oder erlebt die Geschichte aus der Sicht einer Figur und erhält einen Blick in ihr Inneres (=echter personaler Erzähler).

Aussensicht = Handlungen, Wahrnehmungen
Innensicht = Gedanken und Gefühle 

 

  • Auktorialer Erzähler = der allwissende Erzähler

Er weiss immer mehr als seine Figuren. Typischerweise mischt er sich kommentierend oder wertend in die Geschichte ein, was für den Leser störend sein kann. Diese Erzählform kommt nicht mehr so häufig vor.

 

 

In Romanen können die Perspektiven gut wechseln, jedoch in Kurzgeschichten ist es eher schwierig und selten.

 

Viel Spass beim Herumexperimentieren :-)  

 

 

Ella

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