Mutter, kann es wirklich so sein?

Mutter
Mutter, kann es wirklich so sein?

 

"Sie legten ihr die Kleine in ihre Arme, 

sie strahlte übers ganze Gesicht. 

Sie versprach, für sie da zu sein,

sie bedingungslos zu lieben.

Allein, dass es ihrer Kleinen gut ging, 

war der frischgebackene Mutter wichtig."

 

Wie schön wäre es gewesen,

wäre es der Kleinen so ergangen.

Mutter zu werden ist vergleichsweise leicht, 

nur körperlich muss alles stimmen,

das ist das grosse Leid. 

Ein Kind braucht nicht nur Essen und ein Bett,

es geht um so viel mehr als das.

 

Die Kleine hatte es nie wirklich leicht,

auf ihr lastete ein ständiger Druck.

Ihre Meinung wurde geschwächt,

die Gefühle immer wieder entwertet.

Die Tochter kümmerte sich um die Mutter,

sollte es nicht umgekehrt sein?

 

Ein Kind wünscht sich Freiraum, 

Antworten auf Fragen. 

Braucht bedingungslose Liebe,

die Möglichkeit sich zu entfalten.

Wir alle möchten unseren Weg finden,

entscheiden und erfahren.

 

Schöne Kindheitserinnerungen, 

was ist das? 

Sie träumte oft von anderen Eltern,

die kommen und sie abholen.

Plötzlich vor der Tür stehen,

„endlich haben wir dich gefunden!“.

 

Keine Mutter ist perfekt, 

jede hat ihre eigene Geschichte und Wunden.

Manchen Müttern kann man verzeihen,

bei anderen ist dies einfach nicht möglich.

Auch ohne zu verzeihen kann sich ein Kind befreien,

sich von der Vergangenheit loslösen und sich selber sein.

 

Wird sie selbst einmal Mutter sein,

hat sie genug Liebe zu geben?

Kann sie die Bedürfnisse von ihrem Kind verstehen,

darauf typgerecht eingehen?

Nur schon die Auseinandersetzung mit all diesen Fragen,

zeigt das Potential einer guten, rücksichtsvollen (möglichen) Mutter.

 

 

In Abänderung meiner Veröffentlichung auf Facebook vom 13.04.2016

 

 

Ella

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Roger (Montag, 04 Dezember 2017 20:22)

    Die Antworten auf Deine Fragen im letzten Absatz sind so schwierig zu beantworten. Ich habe selber 2 Kinder grossgezogen. Als Sie erwachsen wurden, verbrachte ich ein Jahr in Kliniken und bei mir wurde das Borderline-Syndrom diagnostiziert. Seither plagen mich selbstzweifel, ich hinterfrage alle Reaktionen der Kinder und suche die Fehler bei mir.. Habe ich es wirklich verbockt oder sind es doch wieder meine typischen Selbstzweifel der Depression? Ich weiss es nicht, aber es ist ein Teil dieser Krankheit und ich muss damit leben. Ich glaube, Du wirst eine liebevolle Mutter, Ich kann mir nichts anderes vorstellen.

  • #2

    Ella (Montag, 04 Dezember 2017 21:31)

    Lieber Roger

    Dass du die Reaktionen deiner Kinder hinterfragst und offen dafür bist, was allenfalls dein Anteil sein könnte; das macht meiner Meinung nach einen guten Vater aus. Selbstreflexion finde ich so wichtig. Darauf zu achten, wie die Kinder auf dich und deine Krankheit reagieren ebenso. Ich wünsche dir von Herzen gute Genesung, auch wenn das bei der Depression "leider" nicht wie bei einem Beinbruch nach ein paar Wochen der Fall ist...

    Das obige Gedicht ist aus der Perspektive eines Kindes. Es ist sehr spannend für mich zu lesen, wie es auf der Seite eines Elternteils aussieht. Ich danke dir sehr für deinen wertvollen Beitrag und das liebe Kompliment! :-)

    Liebe Grüsse
    Deine Ella