Mir geht es schlecht, blöde Depression!

Depression
Mir geht es schlecht

 

Mir geht es nicht so gut. Nein, lassen wir diese "Anstandsfloskel".

Mir geht es schlecht, richtig schlecht. Auf gut deutsch: mir geht es scheisse!

 

Ja, so ist das manchmal,... immer wieder,... zurzeit ständig,... mit der Depression.

 

Ich bin seit Tagen schlecht drauf, 

schon wieder. 

Ich fühle mich richtig scheisse, 

körperlich wie psychisch. 

Ich bin zappelig, 

habe aber zu wenig Energie, um etwas zu tun. 

Ich bin so müde, 

aber meine Gedanken lassen mich nicht schlafen. 

Meine Gefühle erinnern mich daran,

dass ich doch nicht wieder gesund bin. 

Geht das überhaupt? 

Gibt es Heilung für eine Depression?

 

Ich dachte, ich hoffte, 

das schlimmste sei überstanden. 

Ich weiss noch, 

vor einer Woche erst, 

ging es mir richtig gut. 

Ich fing an Zukunftspläne zu schmieden, 

fühlte mich stärker und selbstbewusster. 

Ich glaubte, 

ich habe den einzig wahren Weg gefunden, 

mein Notfallplan funktionierte, 

konnte mit der Depression gekonnt umgehen. 

 

Kein Vergleich, 

aber als Beispiel, 

wie bei einer Grippe, 

gibt es auch bei der Depression Unterschiede. 

Mal gibt es einen klaren Auslöser, 

dann wieder nicht. 

Mal hilft mein Notfallplan, 

dann wieder überhaupt nicht. 

Die Symptome sind ähnlich, 

aber doch immer wieder anders. 

Genau so die Behandlung, 

manchmal hilft das, 

das nächste Mal nicht. 

Es ist nie leicht, klar, 

die Depression ist unberechenbar. 

 

Immer, wie typisch,

wenn es mir richtig gut geht, 

dauert es nicht lange und ich bin wieder am Boden. 

Beschwöre ich das Negative herauf,

wenn ich mich freue,

dass ich mich gut und glücklich fühle?

Es scheint, als sei ich nicht dafür gemacht,

oben auf dem Berg zu bleiben.

Sobald ich oben stehe und tief atmen kann,

ich mich frei und ruhig fühle,

ich realisiere, wie gut es mir geht,

dauert es nicht lange und tarah,

die Depression klopft wieder an die Tür.  

 

Ich bin so traurig, 

gleichzeitig wütend. 

Könnte schreien und weinen, 

bin meiner Stimmung völlig ausgeliefert. 

Sie ist am Tiefpunkt,

ich kann nichts mehr sehen. 

Alles, was eigentlich noch gut wäre, 

kann ich nicht erkennen,

nicht fühlen.

Ich fühl mich schlecht, 

ich bin depressiv. 

 

So wie heute, 

es ist nicht das erste Mal, 

ich habe keine Ahnung, 

warum es mir so schlecht geht. 

Ein Grund machte es leichter, 

oder nicht? 

Es gibt keinen äusseren Einfluss, 

ich kann nichts und niemanden die Schuld geben. 

Auch wenn sich nichts um mich herum geändert hat, 

ist mein Innenleben völlig durcheinander. 

Meinem Herzen ist es egal, 

warum ich traurig bin. 

Meinen Körper kümmert es nicht, 

weshalb ich keine Energie habe. 

Es ist so, 

wie es ist. 

Es gibt keinen Knopf oder die eine Pille, 

ich kann die Depression nicht abschütteln. 

 

Meine Muskeln sind verspannt, 

ich fühl mich total angespannt. 

Habe keine Lust etwas zu tun, 

keine Motivation meinen Hobbys nachzugehen. 

Ich will mich entspannen, 

finde aber keine Ruhe. 

Yoga und Meditation mag ich gerne, 

doch in diesen Zeiten ist alles zu viel. 

Alles ist einfach zu viel, 

ich kann nicht mehr. 

Ich wüsste, 

Bewegung täte mir gut, 

meditieren hilft abzuschalten, 

aber wenn ich nicht kann, 

kann ich nicht. 

Je mehr ich mir Druck mache, 

umso schlimmer wird es für mich. 

Es ist verflixt, 

wie durchbricht man den Depressions-Teufelskreis?

 

Finde keine bequeme Position zu sitzen, 

geschweige denn zu liegen. 

Laufen ist zu anstrengend, 

im Stehen wird mir schwindlig. 

Ich höre Musik oder schaue TV, 

doch egal, 

welche Lautstärke ich einstelle, 

es ist immer zu laut. 

Ohne Ton geht es gar nicht, 

die Stille verschlimmert meine schlechte Stimmung. 

Die negativen Gedanken vermehren sich, 

mein Optimismus lässt mich völlig im Stich. 

Depression, wieso tust du mir das an?

 

Traurigkeit und schlechte Stimmung, 

das ist mir zu viel. 

Ich weiss es ganz genau, 

mein Kopf weiss es auch, 

es geht vorüber und wird wieder besser, 

es wird mir auch wieder gut gehen. 

Aber es hilft mir jetzt nicht, 

ich bin am Verzweifeln. 

Meinen Erfahrungen und Erinnerungen zum Trotz, 

ich denke, bin überzeugt, 

es wird nicht besser. 

Nie wird es besser sein, 

zumindest nicht für lange. 

Mein Leben, meine Stimmung, 

wird zur Achterbahnfahrt. 

Ich komme aus dem Gefühlsstrudel nicht raus, 

die Depression hat mich fest im Griff. 

 

Mein Körper sträubt sich gegen gutgemeinte Ratschläge, 

sie fühlen sich an wie harte Schläge. 

Bäh, ich wünschte,

mir würde es endlich konstant gut gehen...

Diese Rückschläge sind scheusslich, 

die Depression raubt mir Kraft und Zuversicht. 

 

Ella

 

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Sandra (Montag, 28 Januar 2019 09:18)

    Hallo ich habe gerade dein empfinden deiner Depression gelesen. Ich hoffe für dich das es dir wieder gut geht. Auch ich leide seit meiner Kindheit an Verlustängste und Depressionen. Kann dich so gut verstehen. Im Moment fühle ich mich genau so wie du es hier schreibst. Ich möchte entlich wieder glücklich sein. Die Verlustängste bekämpfen und wieder stark werden, wenn ich überhaupt je stark war. Über eine Antwort würde ich in meiner jetzigen Situation freuen, jemand der das kennt. Versteht auch.

  • #2

    Ella (Montag, 28 Januar 2019 17:56)

    Liebe Sandra

    Vielen lieben Dank für deinen Kommentar, das schätze ich sehr!:-)

    Ich kann dich so gut verstehen!!
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Leute, die mit Depression wie auch mit Ängsten (Verlustängste, Panikattacken, Zukunftsängste) keine Berührung hatten, weder als Betroffene noch als „Begleiter“ von Betroffenen, schwer verstehen können, wie es ist krank zu sein. Rat“schläge“ wie „lach einfach mal wieder“, „geh einfach raus“ und so weiter helfen überhaupt nicht. Nett gemeint, aber sowas zu hören macht mich traurig und wütend, ich fühle mich dann nicht verstanden.

    Was mir hilft sind positive Aktivitäten und begleitend eine psychotherapeutische Behandlung. Ich hoffe sehr, du hast auch eine professionelle Begleitung und hast dir einen Notfallplan erstellt. Hier habe ich ein paar Tipps: https://www.gedankenchaos.com/2017/06/10/was-ist-eine-depression-habe-ich-eine-depression/
    ...oder wenn du unterhalb dieses Beitrags auf den Tag „Depression“ klickst, findest zu weitere Beiträge zum Thema.

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Liebe und gute Besserung!!!

    Mir hilft auch, mich an gute Momente zu erinnen und diese schätze ich sehr - es geht mir glücklicherweise nicht jeden Tag gleich schlecht. Dann kommt noch das fiese: was mir heute hilft, kann morgen das Falsche sein. Ich denke, auf sich selbst zu hören, fragen „was brauche ich jetzt?“ und Selbstliebe sind gute Helfer. Yoga Nidra hilft mir auch oft, hierzu mehr inkl. 5 gratis YouTube Videos von MojoDi hier: https://www.gedankenchaos.com/2017/11/09/dank-yoga-nidra-zur-ruhe-kommen/

    Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Inputs geben. Wenn du dir mehr Informationen zum Thema wünschst, gib mir doch Bescheid und ich versuche dies in einem neuen Beitrag einzubauen.

    Herzliche Grüsse
    Deine Ella

  • #3

    Roger Günthard (Freitag, 02 August 2019 22:46)

    Alles ist zu viel. Ja, wenn ich Treppen steigen muss und nach 3 Stufen will ich nicht mehr weiter. Wenn jedes Wort mir weh tut, wenn ich abends mit Tränen in den Augen einschlafe, wenn ich überall ignoriert werde.
    Emotional instabil, Borderline, DBT, EKT, Tiefe Hirnstimulation, Trauma, CBASP, Psylocibin, Ketamin...seit 4 Jahren immer wieder neue Behandlungsansätze. Ich fühle mich wie ein Bergsteiger. Hinter jedem Hügel, den ich erklimme wartet der Nächste. Ich will ja nur den Horizont sehen.

    Jetzt heisst es packen, ab in die Klinik, erst Erholung, dann Arbeit. Ein nächster Schritt? Ein Rückschritt? Du bist schwach, sagt mir mein Inneres, Du bringst nichts auf die Reihe, Du bist nichts wert.
    Ich schreie, niemand hört mich. Warum auch? Ich höre auch nichts, ich fühle nichts, ich denke nichts. Ich schaue in den Himmel, sehe eine Wolke, es muss wunderschön sein da oben, beim Tanz mit den Engeln.

    Aber ich bin hier, erschöpft, depressiv, verzweifelt, am Ende.

  • #4

    Ella (Montag, 05 August 2019 08:41)

    Lieber Roger

    Ich verstehe dich so gut! Nichts zu fühlen kann wie zu viel zu fühlen echt hart sein. Wenn nichts mehr Sinn ergibt und man sich nicht wohl fühlt, nicht weiss, wo sein Platz ist und sich zu fragen, warum bin ich überhaupt hier...

    Ich finde es ganz toll, dass du dran bleibst. Ich kenne den Gedanken „ist es ein Rückschritt?“, dann denke ich wieder, wer sagt, was richtig ist und was falsch? Was ist schon ein Weg, der nur gerade aus geht und wer kann schon von sich sagen, nie gestolpert zu sein, nie was bereut zu haben oder nie einen Fehler gemacht zu haben?

    Wir verändern uns im Leben stetig, entwickeln uns weiter, machen neue Erfahrungen. Auch wenn ich heute etwas tue, was ich bereits früher einmal versucht habe, ist es heute anders, ich bin anders, ich erfahre diese Situation auf eine andere Weise und kann mit neuen Erkenntnissen aus dieser Situation/Lebenslage rausgehen.

    Lieber Roger, ich durfte dich kennenlernen und kann dir versichern, DU BIST WERTVOLL! Ich finde nicht, dass du schwach bist, ganz im Gegenteil! Du setzt dich mit dir auseinander, arbeitest an dir, stellst dir Fragen, hinterfragst dein Denken und Handeln, reagierst, probierst vieles aus, was dir helfen könnte und holst dir Hilfe, wo du sie benötigst, du sprichst darüber: all das finde ich so stark und mutig.

    Ich wünsche dir ganz viel Zuversicht, Glück und Liebe, dir wird es auch wieder besser gehen!

    Eine liebe Umarmung
    Deine Ella

  • #5

    Anke (Montag, 04 November 2019 13:00)

    Hallo Ella,
    toll geschrieben. Das Foto mit der schwarzweißen Bluse ist für mich ein Symbol. Es tut immer wieder gut, zu hören, daß es anderen auch so geht... obwohl ich die Depri-Gefühle keinem wünsche. Ich raffe mich auf und mache seit 2013 nun endlich Fortschritte. Ich sehe ein, ich verdiene Selbstbewußtsein. Ich bin weg von Münchhausen (kein Proxi!). Trotzdem reißt es mich runter, wenn ich mich ziellos oder leer finde, wenn ich keine effektive Lösung gegen das Mobbing meiner Tochter finde. Ich bin Borderlinerin, Christin, erwerbsunfähig und Mutter. Mir hilft der Kontakt zu Jesus, Bibel lesen und gestalten. Doch meist bin ich zu müde dazu.
    Alles Gute Dir Gott segne Dich
    Anke

  • #6

    Ella (Montag, 04 November 2019 18:25)

    Liebe Anke

    Vielen lieben Dank für deinen Kommentar!:-)

    Ich kann dich gut verstehen. Bin sehr froh zu lesen, dass du einen Weg für dich gefunden hast. Ich wünsche dir alles Gute und Liebe für deinen weiteren Weg!!

    Liebe Grüsse
    Deine Ella