War mein „ich liebe dich“ ehrlich?

Ich liebe dich, liebe ich dich?
Ich liebe dich, liebe ich dich?

 

Ich war schnell und oft verknallt,

ein Bruchteil wahrer Liebe.

War ein "ich liebe dich",

nicht eher ein "ich bin verliebt in dich“?

Ab wann ist es Liebe,

wenn ich ihn sehe und er mir gefällt?

Ist es Liebe,

wenn er mir das erste Mal auffällt?

 

Wie fühlt sich Liebe an?

Ist es das kribbelnde Gefühl,

wenn er mich berührt,

er mir sanft ins Ohr spricht?

 

Was ist, wenn das Kribbeln nachlässt,

sein Duft mich nicht mehr magnetisch anzieht?

Was passiert, wenn sich seine Stimmung ändert,

er sein Outfit wechselt?

 

Ich sah ihn auf der anderen Seite,

grosse Statur und ein schönes Gesicht.

Bevor ich mit ihm sprach,

war ich Fan seiner Hülle.

 

Dann das erste Gespräch,

mal ehrlich,

was er sagte, registrierte ich nicht.

Ich sah nur in seine schönen Augen.

 

Die Oberfläche gefiel mir, oh ja,

Männer im Anzug haben schon was an sich.

Seine Persönlichkeit war nebensächlich,

hatte sie mir im Vorfeld zurechtgeschnitten.

 

Seine Hobbies interessierten mich nicht,

gab es hierbei ohnehin keinen Treffer.

Meine Sinne minimierten seine Makel,

Wahrsignale wurden von mir ignoriert.

 

Ich ging auf Roll-, er auf Stollenschuhen,

so fühlte es sich zumindest an.

Wie unser Schuhwerk,

konnten wir nicht unterschiedlicher sein.

 

Ihn plagte seine Vergangenheit,

die offene Abrechnung mit der Ex.

Seine Eltern liessen sich scheiden,

darüber kam er nie hinweg.

 

Ich befand mich in meiner Traumwelt,

dem Mann meiner Träume gefühlsnah.

Auch wenn der reale Mann nicht so wie er war,

schlussendlich war jemand echtes da.

 

Suchte ich nur nach einer passenden Hülle,

ein menschlicher Körper zum Traummann?

War ich für ihn nur eine weitere,

eine Möglichkeit sich an all den anderen zu rächen?

 

Was wusste ich über die Männer,

was liessen sie zu über sie zu wissen?

Auch ich hatte Geheimnisse,

wusste oft selbst nicht, was ich will.

 

Kein wunder,

gab es nie mehr als einen Funken.

Ich sah nicht ihn und er spürte nicht mich,

wir lebten in verschiedenen Zeiten.

 

Meine Erwartung war mir nicht klar,

hätte ich nur gewusst, was ich heute weiss.

So hastig wir uns kennenlernten,

so schnell stiessen wir uns wieder weg.  

 

Einige Männer, wie soll ich es sagen,

ich fand sie einfach nur dumm und öde.

Weder empathisch noch sympathisch,

steif im Denken und hart mit Worten.

 

Sie hatten viel zu meckern,

austeilen und beleidigen konnten sie gut.

Andere klein machen und auslachen,

ihre Minderwertigkeitskomplexe wurden noch hungriger.

 

Wehe ich sprach mal ihre Makel an,

wie seinen Gürtel, der mir nicht gefiel.

Keine Haare auf dem Kopf, dafür auf dem Arsch,

nach fünf Minuten war alles vorbei.

 

Andere Männer waren aufmerksam, lieb und sehr witzig,

mein Verstand dachte, so ist es richtig.

Mein Herz jedoch, es wollte fliehen,

ich erstarrte trotz all meinen Mühen.

 

Was ich mir auch einredete und einfallen liess,

tief drinnen schrie es in mir,

„der Funken fehlt, los schnell geh“.

Meine Ehrlichkeit kollidierte mit der Geduld.

 

Mein Ich hielt mich so oft zurück,

ich war in mir gefangen.

Ich liess die Richtigen nicht an mich ran,

die Falschen raubten mir meine Zeit.

 

Wie oft verpasste ich die Chance auf Liebe,

nur weil es auf Anhieb nicht funkte.

Aus Erfahrung ist mir nun klar,

was schnell entflammte, verbrannte.

 

Treue in der Liebe ist mir wahnsinnig wichtig,

erst heute pflege ich meine Selbstliebe.

Vertrauen ist die Basis einer langanhaltenden Beziehung,

voller Zuversicht vertraue ich in den Plan des Lebens.

 

Der offensichtlich Richtige ist nicht der für mich,

ich will keinen Schönling ohne Geist,

auch keinen Lieben ohne Anziehung.

Der Mittelwert, mein goldener Richtige(r).

 

Wann er auch kommen mag,

ich gebe uns Zeit.

Schluss mit kurz anhaltendem Schwärmen,

ich lerne ihn kennen, auf lange Zeit.    

 

 

Ella 

 

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