Buchrezension Station 32 von Pia Laurence

Buchrezension Station 32 von Pia Laurence
Station 32 von Pia Laurence

 

Bereits der erste Satz im Vorwort hat mich gefesselt: 

 

"Hast du vielleicht körperliche Probleme und weisst auch nach unzähligen Untersuchungen nicht, was dahintersteckt?"   Zitat aus Station 32, Seite 1

 

In diesem Beitrag möchte ich dir Station 32 von Pia Laurence näher vorstellen.

 

Psychosomatik-Station, Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, zwischenmenschliche Beziehungen und Depression sind nur einige Stichworte.

 

Die Autorin Pia Laurence hat mich mit einer Ausgabe ihres ersten Buches "Station 32" beschenkt! :-) Ich freue mich sehr darüber euch dieses Buch vorstellen zu dürfen. Herzlichen Dank, liebe Pia, für diese Ehre :-)

 

Pia Laurence findet ihr auf Facebook sowie Instagram

 

 

 

Um was geht es in Station 32?

Die Hauptfigur Sonja möchte ihre körperlichen Beschwerden in den Griff bekommen und endlich erfahren, was sie hat und welche Behandlung für sie die richtige ist. Sie lässt sich auf der psychosomatische Station einweisen und stellt sich dabei unweigerlich ihrer Vergangenheit und ihrer Gegenwart.

 

Von Job über die Liebe bis zur Familie und Selbstverwirklichung - von allem ist was dabei. Wir Leser/-innen können Sonja dabei begleiten und lernen dabei noch weitere interessante Charaktere wie ihre Zimmergenossin Jenni und den introvertierten Arne kennen.

 

Sonja ist eine Woche auf Station 32 und wird in dieser Zeit von vielen Freundinnen und Arbeitskollegen besucht. Darunter Cora, die ganz skurrile Männer anzieht. Immerhin entstehen daraus lustige Geschichten. Aber ich verrate hier nichts :-) 

 

Es wird klar, dass Symptome auf der somatischen Ebene nicht zwingend auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen sind. 

Es kann aber. Daher ist es immer sinnvoll, seine Symptome durch verschiedene Fachärzte abklären zu lassen. 

 

Auf der Station 32 erlebt Sonja so einige Therapien, wie

  • Intervallbehandlung
  • Musiktherapie
  • Patientenseminar
  • Gymnastik
  • Bewegungsbad
  • Atemphysiotherapie
  • Kunsttherapie
  • Kommunikation-Bewegung
  • und weitere. 

 

Oft liest man den Ausdruck "in der echten Welt da draussen". Die Psychosomatik-Station ist ein von der Aussenwelt und vom Alltag geschützter Ort. Während eines stationären Aufenthalts erleben Sonja und ihre Mitpatienten/-innen so einiges. Von unzähligen medizinischen Behandlungen, die nicht immer eine klare Diagnose und Behandlung hervorbringen, über gewisse Menschen, die scheinbar in Selbstmitleid und Meckern aufgehen bis hin zum Gefühl, man wird nicht ernst genommen und hätte sich alles (Beschwerden) nur ausgedacht. 

 

Die drei Ansätze finde ich sehr interessant: 

  • Es geht nicht darum, Symptome zu beeinflussen, sondern mit ihnen besser umzugehen und präventiv zu verhindern, dass sie einen (die Stimmung) runterziehen.
  • Offen sein, mal einen anderen Blickwinkel in Betracht ziehen. 
  • Dankbarkeit zeigen, nicht alles ist "furchtbar". Beispielsweise eine Depression zu haben, bedeutet nicht, dass jemand immer nur traurig ist, es gibt auch Zeiten, in denen man glücklich ist. Das darf sein.

 

Nun möchte ich euch die Figuren vorstellen

Die Hauptfigur Sonja Weber

Buchrezension Station 32 von Pia Laurence
Meine Interpretation von Sonja

 

Steckbrief Sonja
Aussehen: pechschwarze Haare, braungrüne Augen, 1.75 m, 61 Kg
Alter: 31 Jahre

Symptome: Durchfall, Bauchschmerzen, Neurodermitis

Weiteres: mag Salz, ist Vegetarierin, hat viele Albträume

Hobbys: meditieren, Sport

 

Sonja mag kein oberflächliches Gerede und hat einen natürlichen Bewegungsdrang. Früher hatte sie sich für ihre Beine geschämt, jetzt trägt sie umso selbstbewusster auch ganz kurze Hosen.

 

Sonja hilft anderen sehr gerne, kann aber selbst nicht gut Hilfe annehmen. Sie hat das Gefühl sich immer zusammenreissen zu müssen.

 

Ihre fröhliche Fassade wird durch einen im Inneren, gefangen gehaltenen Tiger bedrückt. Sie macht ständig den Spagat zwischen Hass und Mitleid, zwischen Freude und Trauer. Der Satz "es wird besser" gibt ihr Hoffnung.

 

 

 

Ich habe den Eindruck gewonnen, ihr Chef ist so gar nicht empathisch. Ihm fehlt das Feingefühl für die Menschen in seinem Umfeld. Viele Arbeitskollegen wurden bei und durch die Arbeit langzeitkrank. Sonja befasst sich auf der Station immer wieder mit dem Gedanken, ob sie an diesen Arbeitsplatz zurückgehen soll resp. kann.

 

Ihr Verhältnis zur Mutter ist sehr gut, sie sind nicht nur Mutter und Tochter, sondern auch sehr gute Freundinnen. Mit ihrem Vater hat sie es gut, jedoch ist das Verhältnis kompliziert. 

 

Sonja's Zimmergenossin Jenni

Buchrezension Station 32 von Pia Laurence
Meine Interpretation von Jenni

 

Steckbrief Jenni
Aussehen: dunkelrote Haare, blaue Augen, 1.85m, 140 Kg, schlicht gekleidet
Symptome: Haarausfall, viele Pickel, viele Selbstzweifel wegen ihres Äusseren

Hobbys: stricken, online-Dating

 

Duch ihre "Leibesfülle" wurde sie angewidert angesehen und in ihrer Kindheit oft gemobbt. Bis heute fühlt sie sich hässlich, unsicher und ist von Selbstzweifeln geplagt. Jenni denkt, sie bekommt Stolz und Aufmerksamkeit, indem sie abnimmt. In nur 8 Monaten verlor sie 60 Kg dank einer Magenband-OP und wiegt jetzt 140 Kg.

 

Jenni ist sehr herzlich, hilfsbereit und pflichtbewusst. "Draussen" bat man sie nie um Hilfe resp. von ihren Eltern wurde sie nur ausgenutzt. Auf der Station geniesst sie es, anderen zu helfen. Zudem ist sie neugierig und immer über den neusten Klatsch und Tratsch informiert. 

 

Jenni und Sonja sind Zimmergenossinen. Beide sind sehr kreativ, reden sowie schweigen gerne und sind Frühaufsteher.

 

 

 

Sonja's Gesprächspartner Arne Schubert

Buchrezension Station 32 von Pia Laurence
Meine Interpretation von Arne

 

Steckbrief Arne
Aussehen: blond, blaue Augen, 1.83 m, sehr dünn
Alter: 28 Jahre

Symptome: Übelkeit, Durchfall, andauernde Kopfschmerzen, kraftlos

 

Arne ist eher der schweigsame und verschlossene Typ.

Seine Devise lautet: Grundsätzlich schwammig halten, sodass es alles heissen kann. Sprich, er gibt nicht viel von sich Preis. Und wenn doch, dann antwortet er klar und strukturiert. Zudem ist er schnell von den üblichen Fragen, wie die zur Kindheit oder zu den Zielen im Leben, genervt. 

 

Um seinem Gedankenkarussell zu entfliehen, taucht er gerne in Parallelwelten ab. 

 

Sonja und Arne scheinen die einzigen Patienten zu sein, die gerne und oft draussen im Park sind. Sonja konnte mit ihrer lockeren, offenen Art Arne "knacken".

 

 

 

 

Andere Figuren

Weitere Patienten:

  • Henrike leidet seit 35 Jahren an chronischen Schmerzen
  • Josefine ist zum 2. Mal auf der Station
  • Emelie leidet an Panikattacken, denkt, sie müsse sterben und hat mittlerweile Angst vor der Angst. Sie ist zum 4. Mal hier
  • Frau Kaiser will mit "Sie" angesprochen werden. Die etwa 50-Jährige wird auch die Meckertante genannt
  • Luisa ist seit ½ Jahr hier und leidet an Magersucht
  • Eva ist zum 5. Mal in der Klinik. Sie hat eine leidende und negative Art, hat das Vertrauen in die Ärzte verloren
  • Patrick

 

Mitarbeiter in der Klinik:

  • Herr Schulz, um die 50 Jahre alt, er leitet die Therapie "Kommunikation-Bewegung". Wie es scheint, urteilt er schnell und gerne, wird auch Pseudotherapeut genannt
  • Schwester Jutta, um die 40 Jahre alt, wirkt zuerst schroff und ruppig, ist aber eigentlich ein Engel; sie schafft es die richtigen Fragen zu stellen und man hat das Gefühl, sie weiss genau, was los ist
  • Schwester Marianne und Schwester Magdalena, beides sehr nette und liebe Frauen

 

Mein Fazit

Ich finde, Station 32 ist wirklich für jedermann geeignet: 

  • Für Betroffene, die selbst die Erfahrung mit psychosomatischen Beschwerden mach(t)en.
  • Für Personen, welche die Betroffenen besser verstehen (und unterstützen) möchten. 
  • Einfach für alle, die sich dafür interessieren, wie Körper, Geist und Seele miteinander verbunden sind.

 

Station 32

  • regt zum Nachdenken an,
  • hat humorvolle wie auch spannende Stellen und
  • ich persönlich konnte mich mit einigen Charaktereigenschaften und Erlebnissen sehr gut identifizieren.

 

Pia Laurence' Ziel, mit ihrem Buch Mut zu machen, hat sie meiner Meinung nach absolut erreicht. Ihre Aussage kann ich so unterschreiben: Es ist nie zu spät, sich auf den Weg zu sich selbst zu machen!

 

Voller Überzeugung kann ich sagen: Ich liebe Pia's Buch und empfehle Station 32 von ganzem Herzen weiter! :-) Pia's Schreibstil gefällt mir wahnsinnig gut und der Roman liest sich sehr gut und flüssig. Ich empfehle dir das Buch nicht auf einmal zu lesen und dir dazwischen die Zeit zu nehmen, das Gelesene zu verarbeiten. 

 

 

Deine Ella 

 

 

Ps: Das Buch ist erhältlich über Amazon.de :-) 

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