Manchmal hinterfrage ich meine Entscheidungen

Manchmal hinterfrage ich meine Entscheidungen
Waren meine Entscheidungen richtig?

 

Wir alle müssen in unserem Leben Entscheidungen treffen. Ab und an stelle ich mir danach die Frage, ob ich mich richtig entschieden habe. 

  • Warum habe ich die Arbeitsstelle XY bloss angenommen? 
  • Wieso konnte ich keinen Gefühle für den liebenswerten Mann ausbringen, dafür aber für den Machotyp, bei dem ich mich von Anfang an schlecht fühlte?
  • Warum habe ich zugenommen und nicht schon früher reagiert?
  • Warum hatte ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört? Und dann ist dasselbe ein zweites Mal passiert. 

Was wäre, wenn ich mich anders entschieden hätte? Es noch ein wenig länger durchgehalten hätte? Wo stünde ich heute, wie erfolgreich, glücklich oder gelassen wäre ich? Wie würde ich aussehen, wie würde meine Wohnung sein, was wäre mein Beziehungsstatus oder Jobtitel?

Meine Entscheidungen

Dann kommt der Realitätsschlag. Ich kann die Vergangenheit nicht ändern. Es geht nicht, wirklich nicht. Auch wenn ich eine Zeitmaschine erfinden würde, wieder in der Vergangenheit zu sein wäre niemals dasselbe. Ich habe das Wissen von heute, ich habe mich die letzten Tage, Wochen, Monate und Jahre entwickelt und neue Erfahrungen gesammelt. Zudem denke ich mir, es ist passiert und fühlte sich nach einer falschen Entscheidung an, jedoch gibt es auch im Jetzt viel Gutes.

 

Wenn ich jetzt mal persönlich werde, sind das bei mir eine handvolle Dinge. 

 

Dank der schwierigen Vergangenheit habe ich meine Kreativität entdeckt. Als Kind war ich nie wirklich kreativ, ich hatte keinen Zugang. Ich hatte auch nie gezeichnet oder gebastelt. Wenn ich mal einen Kuchen backen wollte, wurde ich ausgelacht. Dann kam der Zeitpunkt und die Kreativität in mir entfachte. Ich kann es nicht anders beschreiben, als dass ein sehr starkes Gefühl in mir mich drängte, beispielsweise Häkeln zu wollen. Ein tiefes Gefühl sehnte sich nach diesem Wunsch. Also sah ich mir etliche YouTube-Videos an – niemand in meinem Umfeld hatte gehäkelt und es mich lehren können – und nach wirklich vielen, vielen Fellschlägen machte es "Klick". Ich hatte mir Dank den Videos die verschiedenen Maschenarten beigebracht und habe ab dem zweiten Kleidungsstück nur noch frei, nach Lust und Laune, losgehäkelt. Ohne Anleitung und immer mit der Möglichkeit aus beispielsweise dem Pullover ein Jäckchen zu machen. So entstanden wunderbare Pullover, Jäckchen, Oberteile, Overalls und Kleider. Dies ist ein wichtiger Grund, warum ich die Vergangenheit etwas besser akzeptieren kann. Mein Wissen zum Häkeln und mein – soll jetzt nicht eingebildet klingen – Talent dafür möchte ich nicht missen.

 

Weiter geht’s mit meinem Freundschaften. Einige verliessen den Zug meines Lebenswegs, neue kamen hinzu und jetzt pflege ich wunderschöne Freundschaften mit viel Freude, Leichtigkeit und auch tiefgründigen Gesprächen. Meine Freunde mögen mich so, wie ich bin. Sie zeigen es auf ihre ganz eigene Art (siehe auch "Die fünf Sprachen der Liebe"). Sie geben mir Halt, das Gefühl, auf dieser Erde gewollt und gemocht zu sein. Das war mir früher fremd. Dieses Licht in meinem Herzen möchte ich nicht mehr weggeben. Ohne meine Vergangenheit wäre ich nicht die, welche ich heute bin. 

 

...in Bezug auf meine Jobwahl

Manchmal hinterfrage ich meine Entscheidungen
War meine Jobwahl richtig?

 

Wenn ich meine Entscheidungen hinterfrage, dann natürlich auch die berufliche Entwicklung. Auch wenn der berufliche Werdegang holprig war, so habe ich doch meine vielseitigen Möglichkeiten entdeckt. Ein Berufswechsel ist immer ein Risiko, aber auch ein Gewinn. Heute weiss ich, mir liegt die Kinderbetreuung, die Buchhaltung, das Personal- und Versicherungswesen. Mit Menschen (Kinder, Kunden, Team, Vorgesetzte, ...) zu arbeiten und ihnen zu helfen, sie zu unterstützen und zusammen einen Lebensabschnitt zu verbringen, ist das, was ich wirklich möchte. Wie ganz genau meine Berufung aussieht, weiss ich nicht. Werde ich wahrscheinlich auch nie und es ist okay. Wenn es passiert, dann passiert's und sonst eben nicht. Ich kann JETZT das Beste aus meiner aktuellen Situation machen. Dank meiner verschiedenen Jobstationen habe ich viel gelernt, ich weiss, was ich nicht mehr möchte und kann in mehreren Bereichen Fuss fassen. 

...in Bezug auf meine Beziehungen

Manchmal hinterfrage ich meine Entscheidungen
War meine Partnerwahl richtig?

 

Was fehlt noch? Ah ja, die Liebe. Auch hier wieder sehr persönlich, ich bin derzeit Single. 

 

Die Romantische in mir denkt manchmal, ah, jetzt wäre es schön, jemanden an meiner Seite zu haben. Sich nah zu sein und Pläne für die Zukunft auszudenken.

 

Die Freie in mir jedoch sagt sich, "oh nein, wenn du in einer Partnerschaft wärst, könntest du nicht wie jetzt gemütlich auf der Couch liegen, der Fernseh läuft und du tipps auf der Tastatur deines Laptops. Auch könntest du nicht ausschlafen so lange du willst, essen, wann du willst, mal nicht duschen oder einfach nur einen Tag faulenzen".

 

Die Ängstliche in mir stimmt zu, denn leider gab es zu oft Trennungen, Scheidungen und Todesfälle in meinem Umfeld, wo der eine den anderen verloren hat, der Boden unter den Füssen weggezogen wurde. Ich bin froh, musste ich solch einen Trennungsschmerz nie durchmachen. Ich hätte Angst, den Richtigen zu finden und ihn dann zu verlieren. 

 

Die Unsichere in mir denkt sich, ich müsste die Haare, die Figur, den Kleidungsstil, dies oder jenes ändern, bevor mich jemand schön finden (und lieben) könnte. Im Gegensatz zu anderen Frauen bin ich nicht so gutaussehend, klug, liebenswert oder nicht so anziehend. Was will ein Mann von mir, wenn er auch eine andere haben kann? Dann denke ich wieder, muss ich die allerschönste, allerbeste oder beliebteste von allen und für jeden sein? Reicht es nicht für meinen Partner die Richtige zu sein und er für mich der Richtige?

 

Die Zweiflerin in mir kommt auch noch zum Zug. Ich habe auch meine Meinung, meine Bedürfnisse, meine Wünsche und meine Ziele, lässt sich das überhaupt vereinen? Müsste ich einen Teil von mir aufgeben, wirklich? Wie viele Kompromisse bin ich bereit einzugehen? Was hält eine echte Beziehung aus? So viel, wie in den Filmen? Wo sie sich überall finden, sich blind vertrauen, aus tiefstem Herzen lieben oder zusammen sterben? 

 

Die Realistische in mir weiss, es geht mir gut jetzt. Mit dem Richtigen ginge es mir auch gut. So oder so, es geht mir gut und das ist, was zählt. Also mache ich mir auch keinen Stress. Wenn jemand kommt, mit dem ich eine schöne Beziehung habe, ist das super. Wenn ich weiter Single bin und mein Leben so gestalte wie jetzt, ist das auch super. Zudem, wir wissen es ja alle, jemanden zu „suchen“ geht nicht. Ich denke mir, wenn zwei mit sich im Reinen sind, ihr Herz offen ist und sie zueinander passen, klappt das mit der Zeit wie von alleine. Bei einigen in meinem Umfeld war das so.

 

...in Bezug auf mein Aussehen

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Wie soll ich aussehen?

 

Das Thema Nummer 1 in den Social Medias und Internet, würde ich sagen: Selbstbewusstsein! 

  

Manchmal ist es so, dass ich meinen Körper akzeptiere und liebe, so wie er ist. Doch manchmal fühle ich mich zu dick und möchte schnellstmöglich abnehmen. Dann wiederum frage ich mich, für wen will ich abnehmen? Nicht, dass es jemanden gäbe. Und wenn jemand in mein Leben kommt, lernt er mich so kennen wie ich bin. Liebe ist bedingungslos, wohlwollend, „schön, dass es dich gibt“. Daraufhin fällt mir wieder ein, Selbstliebe ist auch Liebe. Also auch wieder bedingungslos, wohlwollend, „schön, dass es mich gibt“.

 

Siehe auch meinen Beitrag "Ich bin dir zu dick, na und?"

 

Ich merke, wie sich meine Stimmung auf mein Spiegelbild überträgt. Wenn ich einen guten Tag habe und in den Spiegel schaue, fühle ich mich super. An anderen Tagen vergleiche ich mich mit bearbeiteten Bildern von Modells oder Promis und fühle mich zu dick, zu hässlich, zu was auch immer. Eigentlich total doof, nicht wahr?

 

...in Bezug auf das Bloggen

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Soll ich meinen Blog löschen?

 

Manchmal denke ich, wieso habe ich nicht so viele Follower, Likes und Kommentare wie andere Blogger? Sind meine Beiträge nicht interessant genug? Muss ich wirklich viel Geld in Werbung investieren oder mich mit anderen vernetzen? Aber das bin ich doch nicht. Dann denke ich mir, ach komm, ich lass es sein, lösche meine Social Media Accounts und auch meine Homepage. Doch es würde sich falsch anfühlen, meine Homepage ist wie mein Baby. 

 

Ich komme zur Frage, wieso ich überhaupt damit angefangen habe. Grundsätzlich schreibe ich die Beiträge und zeichne die Bilder für mich. Das hilft mir Erlebnisse zu verarbeiten und meine Kreativität zu entfalten. Ich wollte zeichnen lernen und habe einige Kurse belegt. Das Erlernte habe ich an Beispielen umgesetzt und gleich in meine Blogbeiträge eingebaut. Es gab mir ein gutes Gefühl.

 

 

 

Mein Wunsch war es, dass sich die Community austauscht, dass Hilfesuchende einen Ort finden, an denen sie neue Inputs und Ideen erhalten. Dass sich Menschen wie du und ich austauschen und sich gegenseitig unterstützen. 

 

Ich habe oft daran gedacht, alles zu löschen, da es nicht so viele Reaktionen gab, wie erhofft. Dann schreibt eine*r von euch einen so wundervollen Kommentar, hat sich Zeit dafür genommen und traut sich seine/ihre Meinung öffentlich zu teilen. Das erfüllt mich mit grosser Freude. Für solche Kommentare lohnt es sich dann wieder für mich, weiterzumachen. Ich bin wieder motiviert. Wenn ich nur einen einzigen Menschen erreichen und vielleicht sogar etwas Mut machen kann, lohnt sich die ganze Arbeit. Also mache ich weiter. Authentisch, mit Herz und Geduld. 

 

Fazit

Du siehst – oder liest, haha – es ist nicht so leicht Entscheidungen zu treffen. So viele Erfahrugnen, Trigger, Sehnsüchte und Wünsche spielen eine Rolle, ob wir in diese oder jene Richtung gehen. Ich werde mich wohl hin- und wieder fragen, was wäre, wenn ich mich anders entschieden hätte. Sich und seine Entscheidgungen zu hinterfragen gehört zum Leben dazu, oder?

 

 

Deine Ella

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Roger (Samstag, 13 Juli 2019 21:51)

    Liebe Ella

    Wie im FB erwähnt, Du machst alles richtig und Du bist schön, wie Du bist. Du bist gefühlvoll, intelligent, schön und liebenswert.

    Ich weiss, es tut weh, wenn man den Partner, den man will, nicht bekommt. Ich habe die Erfahrung zwei mal gemacht, einmal bei der Frau, die Du so "magst" und das 2. Mal mit jemandem Anderen. Ich habe gelernt, wenn eine Frau interessiert ist an Dir, dass das eine andere Qualität hat wie wenn sie etwas von einem will. Wenn eine Frau nett ist heisst das nicht, dass Sie dich liebt.
    Bereue ich das Ganze? Nein, es war schön, Schmetterlinge im Bauch zu haben und auch heute begehre ich beide noch.

    Wenn ich im Auto durch einen Wald fahre, denke ich oft, ich fahre in einen Baum hinein und stoppe die 4jährige Odyssee. Und ich kriege Weinkrämpfe weil alles keinen Sinn mehr macht. Und jedes Mal mache ich eine Kehrtwende, nur um festzustellen, dass es beim nächsten Mal wieder so ist.. Vielleicht sollte ich dankbar dafür sein, es nicht durchzuziehen.

    Es gibt soviel, was wir jeden Tag abwägen und entscheiden müssen..können wir immer alles richtig machen? Kaum, dass ist unmöglich. Wir können aber daraus lernen, und ich finde, dass ist das Wichtigste daran.

    Lg Roger

  • #2

    Ella (Samstag, 13 Juli 2019 23:37)

    Lieber Roger

    Danke nochmals, du bist so lieb!:-)

    Ich mag deine Einstellung total gerne!! Das schöne sehen und dankbar sein, wie wahr!!

    Solche Situationen mit dem Baum kenne ich. Dann denke ich mir wieder, es wäre egoistisch, es gäbe einige, die dann traurig wären und es ihnen den Boden unter den Füssen wegnimmt. Vor allem meine Katze, ich kann sie nicht zurück lassen. Auch denke ich, wenn ich diesen Schritt ginge, es eine Stunde, einen Tag oder mehr besser werden würde und ich mir „in der Zwischenwelt“ völlig doof vorkommen würde, es nicht ein wenig länger durchgehalten zu haben. Auch wenn es sehr harte Zeiten gibt, ich habe immer noch das positive Gefühl in mir, dass es sich zu leben lohnt. Wir bleiben dran, okay? Lieber traurige Gefühle, als gar nichts mehr zu fühlen. Du hast und kannst vieles, wofür es sich zu leben lohnt. Bitte weile weiter unter uns. Ich möchte gar nicht an den Verlust denken, eine Welt ohne dich. Wir brauchen dich und ich bin sehr froh, dass es dich gibt!!:-) ich erlebte tolle Momente mit dir, bin sehr dankbar für unsere wertvollen Gespräche!!!

    Deine Ella